Alle sieben Wellen
Titel: Alle sieben Wellen
Autor: Daniel Glattauer
ISBN: 978-3-552-06093-7

Inhalt:
„Alle sieben Wellen“ ist ein Roman in modernisierter Briefform. Das gesamte Buch besteht ausschließlich aus Emails von Emmi und Leo. Ach nein, beinah hätte ich den Dritten im Bunde vergessen, den Systemmanager.
Die Handlung schließt direkt an das Ende von „Gut gegen Nordwind“ an. Emmi kommuniziert mit dem Systemmanager, bis Leo dann doch wieder auftaucht. In der längeren Schreibpause hat er in Boston Pamela kennengelernt, was Emmi nicht gut aufnimmt. Sie überredet Leo zu einem Treffen mit dem Argument „Denn das einzig vernünftige Ende einer innigen Nicht-Begegnung ist die Begegnung.“ Doch wird es zu diesem Treffen kommen?
Auch „Alle sieben Wellen“ ist wieder ein Feuerwerk an Sprachwitz und –spielerei. Der Grundton ist nicht mehr ganz so leicht und locker wie beim Vorgänger. Verständlich, denn inzwischen leben beide in festen Partnerschaften und möchten die realen Partner nicht verletzen. Gleichzeitig können sie aber doch nicht voneinander lassen und schreiben sich viele skurrile, ernste, traurige, ironische, sarkastische, aufmunternde, verletzende, andeutungsvolle, provozierende, suggestive, melodramatische und vor allem liebevolle Emails. Ihre Fans durchleben mit ihnen einige Höhen und Tiefen.
Als Leser, nein Zuhörer, fällt es manchmal schwer, die Antwort des anderen abzuwarten. Durch die Briefform bekommt der Leser nicht direkt die Antwort auf Fragen von Emmi oder Leo, sondern muss bis zur nächsten Email des Gefragten warten. Oder auch mal etwas länger, denn es wären ja nicht Emmi und Leo, wenn sie sich alle Fragen direkt beantworten würden. Die beiden sind immer noch abwechselnd so herrlich konsequent inkonsequent und ihre Beziehung nimmt einige überraschende Wendungen.
An sich scheint es widersprüchlich, einen solchen Briefroman, der essentiell der Schriftform bedarf, als Hörbuch zu vertonen. Dank Andrea Sawatzki und Christian Berkel birgt die ungekürzte Hörversion noch mehr Vergnügen. So kann man zuhören, wie Emmi und Leo frotzeln, sich aufmuntern, genervt oder niedergeschlagen sind und kann das Knistern zwischen den beiden fast auch hören. Es ist unglaublich, wieviel Tiefe und Bedeutung die beiden Sprecher in die Worte „so so so“ geben können.
Persönliche Bemerkung:
Ich bin beruhigt. So konnte die Geschichte "Gut gegen Nordwind" doch nicht wirklich zu Ende gehen! Tat sie auch nicht. In allen sieben Wellen geht es weiter. Tiefer. Welch gelungene Zweiteiler - Geschichte! So, wie ich den Nordwind verschlungen habe, las ich die sieben Wellen in drei Nächten weg, war völlig fasziniert von der Geschichte, dem Schreibstil, dem Witz, der Spannung und dem immer näher kommenden "Ende", das natürlich ein Anfang sein muß. Und als ich die letzten Seiten zugeschalgen hatte, ärgerte ich mich, dass ich mir nicht mehr Zeit beim Lesen genommen hatte. Aber jetzt gibt`s die Hörbücher. So werde ich meine Fahrten zwischen Rheinland und Eifel in Emmys und Leos Begleitung genießen. Schöner kann Lesen nicht sein.
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