Der Chinese

Titel: Der Chinese
Autor: Henning Mankell
ISBN-13: 9783552054363



Inhalt:
So wie im Klappentext angedeutet, geht es auch gleich blutrünstig los. Ein hungriger Wolf stößt in einem kleinen Dorf( Hudiksvall, aber das weiß der Wolf ja nicht) auf eine menschliche Leiche. Dann tut er dass, was jeder hungrige Wolf mit einem Stück Fleisch machen wurde, dass muss ich wohl nicht weiter ausführen. Die Leiche an sich wäre auch nicht so schlimm, wenn ein betagter Fotograf kurz darauf nicht achtzehn andere im Dorf entdeckt hätte. Wie Birgitta Roslin, eine Richterin, die eigentlich nichts mit dem Fall zu tun hat, daraufhin feststellt, scheinen die älteren Personen im Dorf alle miteinander verwandt zu sein. Und es kommt noch schlimmer, auch sie scheint indirekt mit ihnen verwandt zu sein. Die Pflegeeltern ihrer Mutter befinden sich unter den Toten. Da Birgitta glaubt, dass die Polizei auf falscher Fährte sucht, beginnt sie selbst zu ermitteln. Die Reise führt sie nicht nur nach China, sondern auch tief in die Geschichte.
Henning Mankells Krimis sind bekannt für ihre Spannung und Komplexität. So auch dieses Buch. Obwohl Wallander hier nicht mitspielt. Dieses Mal beschränkt sich Mankell allerdings nicht wie üblich auf Schweden, sondern reist mit dem Leser bis nach China und weiter nach Afrika, wieder zurück nach Schweden, um gleich noch eine Schleife über Dänemark nach London zu drehen.  Ach ja, und einen langen Ausflug in die amerikanische Gründerzeit gibts noch gratis dazu.

Persönliche Bemerkung:
Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder an einen "Krimi" gewagt. Mankell ist eigentlich ein Garant für Spannung. Na, spannend war`s schon, aber zwischendrin verlor ich zuweilen den Faden, wenn die Rückblicke in die Vergangenheit fast ein eigenes Buch hätten werden können. Wer aber einen "Wallander" erwartet, liegt hier völlig daneben. Die Hintergrundinformationen über die Ausbeutung der Menschen in den amerikanischen Pionierjahren, die Geschichte Chinas und die Einblicke in das moderne China sind wunderbar herausgearbeitet. Dazwischen und drum herum ist eine Kriminalgeschichte gesponnen. Also eine Kombination aus Spannung, Geschichtsunterricht und Staatsbürgerkunde. Ein nicht ganz einfach einzuordnendes Buch. Aber wirklich lesenswert (sonst stünde es ja nicht hier...)

Zitat des Tages

Konrad Adenauer
Konrad Adenauer: „Man darf niemals 'zu spät' sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang.“
von zitate-online.de
  "vermutliche" Nettotage bis zum Ziel!