Der Geschmack von Apfelkernen

 

 



Der Geschmack von Apfelkernen


Katharina Hagena
ISBN: 978-3-462-03970-2

Inhalt:
Die Geschichte von Iris, einer jungen Frau, die sich nach dem Tod ihrer Großmutter Bertha damit konfrontiert sieht, dass diese ihr das Haus vererbt hat, in dem sie lange lebte und das Iris aus ihrer Kindheit sehr gut kennt. Eigentlich will sie nur ein paar Tage von ihren Job als Bibliothekarin im Süddeutschen wegbleiben, um dort im Norddeutschen die erblasserischen Angelegenheiten zu klären. Doch als sie beginnt, durch die Zimmer des großmütterlichen Hauses zu streifen und insbesondere durch den mittlerweile verwilderten Garten, da beginnt sie sich zu erinnern.
"Und ich stellte fest, dass nicht nur das Vergessen eine Form des Erinnerns war, sondern auch das Erinnern eine Form des Vergessens." Es ist ein Ausflug in das Reich der Erinnerungen der Protagonistin Iris, die stets getragen werden von Düften und Gerüchen, von optischen Deja-Vus und blitzartig aufflammenden Vergangenheitsfetzen.
Und Katharina Hagena setzt sie mit einer wunderbaren und poetischen Sprache voller Hinter- und Tiefsinn nicht nur auf die Spur in die eigene Kindheit, sondern auch in die Geschichte ihrer Verwandtschaft: Auf dem alten Hof verbrachte Iris gemeinsam mit ihrer Mutter Christa stets die Ferien. Bis zu einem Augusttag, an dem ihre zwei Jahre ältere Cousine Rosmarie auf tragische Weise ums Leben kam.
Sie nimmt wieder eine geistige Verbindung mit den Menschen auf, die einst in diesem Haus lebten. Ihre Großmutter Bertha und ihre jung verstorbene Schwester Anna wuchsen dort bereits auf. Bertha heiratete Hinnerk, einen schwierigen und wütenden Mann, mit dem sie schließlich drei Töchter bekam. Es sind vor allem die Frauen der Familie, die auch Iris prägten: Ihre Tanten Harriet und Inga, ihre Mutter, ihre Cousine Rosmarie und deren beste Freundin Mira. Aber diese Frauensolidarität ist empfindlich aus dem Gleichgewicht geraten, als Iris, Mira und Rosmarie ihren letzten gemeinsamen Sommer dort verlebten...
Iris ist inzwischen erwachsen. Der Tod der Großmutter hat alle noch einmal nach Bootshaven geführt. Sie weiß nicht, was sie mit ihrem Haus anfangen soll. So streicht sie eine Woche durch die Umgebung, das weitläufige Gartengrundstück, öffnet Schränke und Truhen und trifft Max wieder, den jüngeren Bruder von Mira, den die Mädchen damals nur am Rande wahrnahmen.
Und irgendwann wird Iris sich entscheiden...
"Der Geschmack von Apfelkernen" ist ein wunderbares Buch voller Tiefgang. Ruhig und kraftvoll entwickelt sich diese Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen, lebt von lebendig geschilderten Stimmungen und Wahrnehmungen.

Persönlicher Eindruck:
Nein, keine spannende fesselnde Geschichte. Oder doch? Ja, ich war wirklich gefesselt. Diese wunderbare Sprache! Und die Geschichte ist so erzählt, dass die Bilder lebendig und bunt in meinem Kopf wurden. Genau das Richtige für kühle Herbsttage! Ich habe diese Geschichte sehr genossen und mich beim Lesen so richtig wohl gefühlt.
 

Zitat des Tages

Konrad Adenauer
Konrad Adenauer: „Man darf niemals 'zu spät' sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang.“
von zitate-online.de
  "vermutliche" Nettotage bis zum Ziel!