Slumdog Millionär
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Slumdog Millionär
(Originaltitel Slumdog Millionaire) ist ein im Jahre 2009 mit acht Oscars ausgezeichneter Film von Danny Boyle aus dem Jahr 2008. Er basiert auf dem 2005 erschienenen Roman Q & A (= questions and answers; deutscher Titel: Rupien! Rupien!)
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Der Film beginnt in einem Polizeirevier, wo Jamal recht brutal gefoltert wird. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits die vorletzte Quizfrage richtig beantwortet und wird verdächtigt, ein Betrüger zu sein. Der Polizeikommissar zweifelt, dass ein ehemaliger Straßenjunge aus Mumbai soviele Fragen richtig beantworten konnte. In Form von Rückblenden werden die Erinnerungen Jamals an sein bisheriges Leben gezeigt, den Erwerb seines Wissens und an den Vortag, an dem er alle Fragen der Quizsendung bis auf die letzte „Millionenfrage“ richtig beantwortet hatte.
Für die Polizeibeamten sowie dem Moderatoren der Show, Prem Kumar, besteht kein Zweifel daran, dass es sich bei dem 18-jährigen Jamal um einen Betrüger handeln müsse, zumal Prem Kumar selbst auch aus den Slums kommt und sich hochkämpfen musste. Er macht sich anfangs „seiner“ Show ans Publikum gewendet mehrfach über den Slumdog-Kandidaten lustig, der als einfacher Laufbursche das Quiz scheinbar nicht meistern wird. Als sich die beiden in der Werbepause auf der Toilette begegnen, hat Prem keine Skrupel, Jamal sogar die falsche Antwort zur vorletzten Quizfrage zukommen zu lassen. Doch Jamal erkennt die Falle und wählt die richtige Lösung. Kurz vor der letzten Frage ertönt das Signal zum Ende der Sendung.
Vor den Türen des Studios wartet bereits die von Prem benachrichtigte Polizei. Jamal wird auf das Revier gebracht, dort gefoltert und verhört (Verhörszene am Anfang des Films). Als Jamal wieder sprechen und zu jeder einzelnen Quizfrage erklären kann, wieso er die Antwort wusste, lässt sich der Kommissar von seiner Geschichte fesseln. In Rückblenden erfährt der Zuschauer so von der Lebensgeschichte Jamals und seines Bruders Salim im modernen Indien, vom Aufwachsen der Halbwaisen im Slum, dem gewaltsamen Tod der Mutter und dem Zusammentreffen mit der Waise Latika. Jamal berichtet von der unfreiwilligen Zeit der drei Kinder in einer Bettelorganisation, der Flucht der Brüder, dem unsteten Leben als fliegende Händler in Zügen und als vermeintliche Fremdenführer am Taj Mahal, bis zum Bruch mit seinem Bruder und dem jetzigen Leben als Teeservierer (Chaiwallah) in einem Callcenter. Jede Quizfrage steht für einen bestimmten Lebensabschnitt, und so erklärt sich auch, dass es Jamal nicht um das zu gewinnende Geld geht, sondern darum, durch den Fernsehauftritt seine Liebe Latika wiederzufinden, die er zuvor bereits mehrfach getroffen und wieder verloren hatte.
Jamal ist über Nacht zum Medienstar geworden. Da der Kommissar schließlich von der Unschuld Jamals überzeugt ist, lässt er ihn rechtzeitig vor der entscheidenden Fernsehsendung frei und bringt ihn zum Studio. Sein Bruder Salim, der Jamal im Fernsehen sieht, bereut seinen Lebenswandel als Handlanger des reichen Verbrechers Javed. Er verhilft Latika, die Javed inzwischen zu seiner Mätresse gemacht hat, zur Flucht und überlässt ihr sein Mobiltelefon und seinen Wagen, mit dem sie zur Show fahren will. Jamal kann indessen zunächst die letzte entscheidende Millionenfrage nach dem Namen des dritten Musketiers nicht beantworten. (Sein Bruder und er haben in der Schule nur die Namen der ersten beiden Musketiere, Athos und Porthos, gelernt und sich gegenseitig gelegentlich so genannt.) Er wählt daher den Telefonjoker und lässt die einzige Nummer anrufen, die er kennt – die seines Bruders. Latika, die im Verkehrschaos Mumbais steckengeblieben ist, sieht ihn in einem der zahllosen Fernsehgeräte und beantwortet seinen Anruf. Dass Latika lebt, bringt Jamal durcheinander, allerdings kann auch sie ihm nicht helfen. Jamal setzt alles auf eine Karte und entscheidet sich für die Antwort A (für Aramis) – und hat damit die letzte Aufgabe zufällig richtig gelöst.
Zur gleichen Zeit will Javed sich an Salim für dessen Verrat rächen. Doch Salim inszeniert seinen eigenen Tod, erschießt seinen Boss und wird daraufhin – in einer Badewanne voller Geld liegend – von dessen Wachen erschossen. Später in dieser Nacht treffen sich Jamal und Latika auf dem Victoria-Bahnhof und küssen sich. Das Bild wird angehalten und es wird die Antwort auf die anfangs gestellte Frage eingeblendet: „D: Es ist Schicksal“. Es folgt ein musikalisch-tänzerischer Abspann im typischen Bollywood-Stil. (Quelle: Wikipedia)
Persönliche Bemerkung:
Die oben aufgeführte Inhaltsangabe ist treffend, kann aber leider nicht die Spannung dieses beeindruckenden Werkes wiedergeben. Ich hatte diesen Film schon seit Monaten im Regal stehen. Gestern hatte ich die Zeit und die Muße, mir dieses preisgekrönte Werk anzuschauen. Rolf B., ein alter Freund von mir, reist seit Jahren nach Indien. Ob er dieses, sein Traumland auch so gesehen hat, wie es hier dargestellt wird? Und wenn die Geschichte noch so trivial klingt, sie hätte im wahren Leben so passieren können. Der Rahmen ist wunderbar gewählt, um ein buntes, spannungsgeladenes und sehr emotionales Bild von Indien zu malen. So gelungen, dass man am Ende des Films meinen möchte, man kenne Indien. Jetzt verstehe ich, warum dieser großartige Film mit acht Oscars ausgezeichet wurde. Die hatten gar keine andere Wahl.... Toller Film!
MSp
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