Edith Piaf


Edith Piaf


 

Die am 19. Dezember 1915 in Paris geborene Edith Piaf, durchlebte eine nahezu unmenschliche Kindheit. Ihre Mutter gab sie unmittelbar nach der Geburt in die Obhut der Grossmutter, die das Kind beinahe verhungern ließ. Ihr Vater, ein Artist, rettete ihr Leben und nahm sie zu sich. Mit sieben Jahren ging sie mit ihm auf Tournee und sang mit zehn Jahren bereits auf den Strassen von Paris und bettelte um Geld. Als sie die Gewaltausbrüche und den Alkoholimus ihres Vaters nicht mehr ertrug, trennte sie sich mit 15 Jahren von ihm. Auf der Strasse entdeckte sie der Kabarettbesitzer Louis Leplee und engagierte sie für sein Programm. Von ihm erhielt die nur 1,47m große Edith Gassion ihren Namen, "La Mome Piaf", kleiner Spatz. Nachdem Leplee 1935 ermordet worden war, zog sie in die Provinz und kehrte erst zwei Jahre später zurück. Während des zweiten Weltkrieges, kam ihr großer Durchbruch, unter anderem mit "La vie un rose".

 

Um ihre chronischen Schmerzen, die sie durch die ständigen Misshandlugen in der Kindheit hatte zu betäuben, nahm sie Tabletten und trank Unmengen Alkohol. Es folgten unzählige Entziehungskuren. Immer auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit hatte Edith Piaf zahllose Männer. Unter ihnen waren Yves Montand, den sie förderte und George Moustaki, der den Welthit "Milord" für sie schrieb. Aber auch Charles Aznavour und Gilbert Becaud verdanken Edith Piaf ihre Karriere.

 

Am 10. Oktober 1960 starb Edith Piaf auf dem Weg ins Krankenhaus, auf den Strassen von Paris, so wie sie es sich immer gewünscht hatte.

 

Vor ein paar Jahren war ich in Paris und besuchte ihr Grab auf dem Cimitière du Père Lachaise, der sich auf 44 Hektar am östlichen Rand von Paris erstreckt Der Friedhof ist benannt nach dem Jesuitenpriester Père François de la Chaise, dem Beichtvater von Ludwig XIV., und wurde bald wegen seiner Lage und den Verbindungen zum Königshof zur angesehensten Begräbnisstätte in der Stadt. Der Friedhof wurde 1804 auf Befehl Napoleons von dem berühmten Architekten Alexandre Broignart angelegt (der auch für den Bau der Pariser Börse verantwortlich zeichnete). Der Entwurf folgte dem Stil englischer Parks und der Friedhof enthält viele große Bäume, Skulpturen und Denkmäler von berühmten französischen Künstlern. Etwa 70.000 Gräber befinden sich auf dem Friedhof, viele Berühmtheiten fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Edith Piaf ist heute, im Tod in bester Gesellschaft; darunter Schriftsteller wie Molière, La Fontaine, Honoré de Balzac und Oscar Wilde, Sängerinnen wie und Maria Callas, der Komponist Frédéric Chopin und der impressionistische Maler Camille Pissarro. Jim Morrisons Grab liegt nur drei Fußminuten von Edith entfernt.

 

Erst über den Schwenk Klaus Hoffmann, Jacques Brel und Francis Cabrel bin ich zur Musik Edith Piafs gekommen. Zwar kannte ich den Namen, aber außer La vie un rose kannte ich nichts von ihr. Sie hat eine unglaubliche Stimme gehabt. Und als ich mich mit ihrer Lebensgeschichte beschäftigte, wurde ihre Stimme für mich lebendig. Was für eine Frau! Wie schön, dass ihr im letzten Jahr mit dem gleichnamigen Film "la vie un rose" ein wunderbares Denkmal gesetzt wurde.

 

Hin und wieder saß ich in Metz oder Thionville in einer Bar, trank gemütlich einen Rotwein und hinter dem Gemurmel der Gäste sang sie leise und leidenschaftlich ihre Chansans. Sie ist unsterblich geworden, auch wenn sie unweit von Oscar Wilde "wohnt".

Zitat des Tages

Konrad Adenauer
Konrad Adenauer: „Man darf niemals 'zu spät' sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang.“
von zitate-online.de
  "vermutliche" Nettotage bis zum Ziel!